Mac: Entfernte CD/DVD nach Laufwerksausbau aktivieren

Anfang des Jahres machte die Festplatte in meinem treuen iMac schlapp. Klug wie ich bin, habe ich natürlich konsequent ignoriert, dass Apple monatelang bei eben meinem Modell die Festplatte kostenlos austauschte, weil bei eben meiner Festplatte Ausfälle wohl öfters vorkommen sollen. So blieb mir am Ende nichts anderes übrig, als selbst den Techniker zu spielen, eine neue HDD zu kaufen und die alte zu ersetzen. Damit die Sache zumindest etwas Positives hatte, gönnte ich dem in die Jahre gekommenen Mac zusätzlich eine SSD. Für die musste entsprechend das optische Laufwerk weichen, aber CDs nutze ich ja eh praktisch nicht mehr, so dachte ich mir.

Nicht so recht dabei bedacht hatte ich meine doch ganz umfangreiche DVD-Sammlung, und so kam es, dass ich neulich vergeblich versuchte, eine DVD in den Schlitz zu schieben, hinter dem sich einst mein Laufwerk befand. Vage erinnerte ich mich an eine Funktion, mit der ein Mac mit CD-Laufwerk eine eingelegte Disk einem Mac ohne CD-Laufwerk bereitstellen kann. Ein zweiter Macintosh war schnell gefunden und die Bereitstellung ebenso schnell aktiviert (Systemeinstellungen - Freigaben - DVD- oder CD-Freigabe). Nur der iMac wollte nichts von der DVD wissen, die jetzt praktisch virtuell im Raum schwebte. Was mich nun endlich auch zum Grund für diesen Blogeintrag führt. Google findet hunderte von Anleitungen, wie man die oben beschriebenen drei Klicks auf einem Mac mit Laufwerk vollzieht, aber auf Anhieb nichts, wie man die Suche nach entfernten CDs / DVDs auf einem Mac aktiviert, der früher mal selbst ein Laufwerk hatte. Dabei ist die Lösung eigentlich ziemlich einfach:

  1. Terminal öffnen
  2. Folgende zwei Befehle eingeben:
    defaults write com.apple.NetworkBrowser EnableODiskBrowsing -bool true
    defaults write com.apple.NetworkBrowser ODSSupported -bool true
  3. Finder neustarten

Das war's. Nun erscheint permanent in der Finder-Seitenleiste unter Geräte der Eintrag Entfernte CD/DVD, egal ob nun ein kompatibler Mac in der Nähe ist, oder nicht. Das kann nerven, dann sollte man die beiden obigen Befehle erneut eingeben, nur jeweils mit einem false statt true.

Vielleicht hilft's ja jemandem. Meinen Plan, auf diese Weise auf dem iMac eine DVD ansehen zu können, musste ich übrigens dennoch begraben. Der mit OSX mitgelieferte DVD-Player startet nämlich mangels internem Laufwerk gar nicht erst, und selbst wenn, würde er die DVD nicht abspielen — der Kopierschutz ist schuld. Danke, Filmindustrie.

Offizieller Schwerkraftbesieger

Wenn die Liebste Geburtstag hat, schenkt Mann gerne Blumen, Parfum oder gar nichts, weil er's vergessen hat. Ich schenkte einen Bungeesprung und dachte mir, unten stehen und Fotos sowie zweifelhafte Kommentare zur Stabilität des Seils zu machen, während die Dame alleine springt, das ist doch blöd, also springst Du gleich mit. Nun habe ich zwar keine Angst vor Höhe und schon seit Jahren selbst den Traum, einmal Fallschirm zu springen, aber bislang blieb dieser Plan eben ein, nun ja, Traum. Der Gedanke, freiwillig in die Tiefe zu springen, war zwar einerseits sehr reizvoll, andererseits hatte ich keinen Zweifel daran, dass mir ganz schön die Pumpe gehen würde. Aber man ist ja Mann und keine Memme, also wurde ein Gutschein für einen Tandemsprung von einem Kran im Hamburger Hafen gekauft, verschenkt und als Termin gebucht. Die Dame war happy, ich war happy und der Termin lag lange in weiter Ferne, was mir, wenn ich ehrlich war, irgendwo auch ganz gut gefiel.

Bis neulich, als aus der weiten Ferne plötzlich morgen und dann heute Morgen wurde. Um 9 Uhr sollte unser Sprung stattfinden, um halb 7 bin ich bereits hellwach. Bei Gewitter sollte der Sprung kurzfristig seitens des Veranstalters abgesagt werden können, und so sehe jede kleine Wolke am sonst strahlend blauen Himmel hoffnungsvoll als Vorboten des Weltuntergangs an. Die Dame frühstückt ausgiebig, ich bin bereits nach zwei Schluck Wasser vollauf gesättigt. Kurz überlegt, ob ich eine akute Magenverstimmung vortäuschen soll. Dagegen entschieden. Das haben wir so bestellt, das wird jetzt so gegessen.

Am Hafen angekommen und vor dem Kran stehend. Gottistdashoch. 50 Meter sind in der Waagerechten schnell abgelaufen, in der Senkrechten aber durchaus imposant, wenn man weiß, dass man da runterfallen soll. Die frühmorgendliche Stille wird kurz durch das Geschrei der ersten Springer durchrissen. Ebenfalls ein Paarsprung. Sie kreischt, er ruft nach seiner Mutter, ich gucke die Liebste an, das könnten auch wir sein. Anmelden am Infostand, unterschreiben, dass man sich der physischen und psychischen Extrembelastungen bewusst und im Zweifelsfall Organspender sei, sofern denn noch etwas verwertbar wäre, im Fall des Falles. Er wäre hauptberuflich eigentlich Bestatter, meinte der Typ, der mir anschließend das Geschirr zum Springen anlegte. Dies sei sein erster Tag, aber er lerne schnell.

Mit angelegtem Geschirr gilt es danach, den Kran zu erklimmen. Enge, alte Treppen hinaufsteigen, das kennen die Liebste und ich schon aus dem Vatikan, das ist bekannt, da hat man Routine. Tatsächlich hat der Bungeesprung dem Petersdom hier sogar noch den Vorteil voraus, dass man die Treppen nur in eine Richtung nehmen muss. Und so ein alter Kran ist von innen tatsächlich ziemlich sehenswert, sofern man in der gegebenen Situation noch ein Auge dafür hat. Auf knapp 50 Metern, schon über den Dächern Hamburgs dann warten, bis das Paar vor uns gesprungen ist. Es dauert und es ist hoch, verdammt hoch. Mein Puls ist konstant irgendwo über der 200er-Marke angesiedelt. Langsam werde sie wieder müde und könne noch eine Runde schlafen, meint die Dame.

Wir werden aufgerufen. Die letzten Stufen steigen und Meter gehen, und dann steht man da plötzlich das erste Mal direkt am Abgrund, ohne Geländer und weiß, dass man da jetzt runter soll. Einfach so, mehr oder minder, denn der Gedanke an das Seil ist ein eher mäßiger Trost. Und dennoch - plötzlich war alles in Ordnung. Ich empfand sogar so etwas wie Vorfreude. 3, 2, 1, Bungee, und da flogen wir. Ein unheimlich tolles Gefühl, ich hätte es selber nicht gedacht. Ein viel zu kurzer Moment des freien Falls, das Abgebremst und wieder nach oben geschleudert werden durch das Seil, freier Fall, gebremst werden und dann ist der Spaß leider auch schon fast wieder vorbei. Man hängt kopfüber, dreht sich wild im Kreis und soll nach einer Stange greifen, die man vor lauter Drehen nicht sieht, um wieder auf festen Boden gezogen zu werden. Wenn man gerade 50 Meter freien Fall hinter sich hat, ist das auch keine Herausforderung mehr.

Fazit: Springt mehr Bungee! Die Liebste fand’s klasse, ich fand’s klasse, und das nächste Projekt ist bereits ins Auge gefasst: 220 Meter vom Verzasca Staudamm, von dem auch schon James Bond sprang. Nächster Sommer dann.

Um 9 Uhr an einem Sonntagmorgen Bungee zu springen, das sei tausendmal besser, als nach einer durchzechten Kiez-Nacht am Fischmarkt zu frühstücken, meinte der Geschirr-Typ vor dem Sprung noch zu mir. Er sollte recht behalten.

Vom Prokastinieren

Studenten sind faule Tunichtgute, die den ganzen Tag lang schlafen, trödeln und ständig nur wilde Partys feiern. Wer diesen Satz so unterschreiben kann, der mag im Bezug auf einige Exemplare unserer Gattung durchaus recht haben (ich müsste lügen, würde ich behaupten, solche Menschen nicht zu kennen), vergisst dabei aber die Konsequenz einer Erklärung, die viele Hochschulen einst in einer bekannten italienischen Hochschulstadt unterzeichneten. Die Bologna-Erklärung hat mir nicht nur falsche Erwartungen vermittelt, was es heißt, sich Bachelor nennen zu dürfen (nach meinem Abschluss wartete statt 22 willigen Frauen nur mein Masterstudium auf mich), sie hat auch dem altbekannten faulen Studentenleben nahezu den Garaus gemacht. Worte wie Präsenzstunden und Anwesenheitspflicht sorgen dafür, dass der Student von heute seine Hochschule auch mal von innen sehen muss, wenn er nicht in letzter Folge exmatrikuliert werden will. Prüfungen sind zu bestehen, und Hochschulen wie die meine nehmen dem Studenten sogar die Bürde ab, sich selbst für selbige eintragen zu müssen - zu bestreiten sind diese am Ende des jeweiligen Semesters, wie früher in der Schule. Und so sitze ich nun hier, mit meinem Exemplar des "Handbuch der Rechtspsychologie" und lese Dinge über Resilienz in der Entwicklung antisozialen Verhaltens, während eine kleine Essigfliege mir Gesellschaft leistet und fröhlich um meinen Kopf herumfliegt.

Bekanntlich ist in solchen Situationen ja so ziemlich alles andere auf der Welt spannender. Und so ist meine Wohnung gerade so sauber wie noch nie und ich habe diesen Blog wiederentdeckt, beschlossen, mehr zu schreiben, und mich von Wordpress als Blogsoftware zu verabschieden, weil ich jedes Mal, wenn ich denn was neues schreiben möchte, mit gefühlten hundert kritischen Updates konfrontiert werde, die unbedingt zuerst installiert werden wollen. Updates sind gut, weil sie zeigen, dass ein System weiterentwickelt wird, aber sehr nervig, wenn man sie alle zwei Wochen von Hand einspielen muss. Außerdem ist Wordpress über die Jahre zu einem riesigen Monster mit tausenden an Funktionen geworden, die zwar alle ziemlich spannend, aber für einen kleinen Blog wie dem meinen viel zu überdimensioniert sind. Und so habe ich mich auf die Suche nach einem neuen, kleineren System gemacht, Anchor gefunden, installiert, getestet und für gut befunden. Mein Design war binnen einer halben Stunde an das neue System angepasst und die alten Inhalte übernommen. Das Admin-Interface gefällt mir hier so gut, dass ich gar keine externe Software mehr zum Schreiben benutzen möchte. Außerdem hat es einen Anker als Logo, für mich, der ich nach vier Jahren Hamburg nun schon zu einem echten Seebär geworden bin, quasi perfekt.

Erwähnte ich, dass ich lernen muss?